Bereits 1334 Klavierschüler

Klavier lernen
für Anfänger

Wie finde ich als Anfänger den individuell passenden Unterricht?
Hierzu werden auf dieser Seite drei wichtige Themen behandelt.

Kurz erklärt Ganzen Artikel lesen

Inhalt von Klavierunterricht

Zum Beispiel welche Art möchte ich lernen? Klassische Musik oder Populäre Musik?

vs.

Herangehensweisen ans Klavierspiel

Zum Beispiel Lernen nach Noten oder freies Spielen nach Gehör.

vs.

Lernformen beim Klavierspielen

Zum Beispiel Unterricht beim Lehrer oder selbstgesteuertes Lernen.

Das weite Feld des Klavierlernens…

„Ist der PopPianoKurs genauso „gut“ wie konventioneller Musikunterricht an einer Musikschule oder bei einem Privatlehrer?“

„Ist es überhaupt möglich, als Anfänger von zu Hause aus Klavier zu lernen, ohne einen Lehrer, der direkt daneben sitzt und Hilfestellung leistet?“


So lauten Fragen, die mir sehr häufig von Interessenten für meinen Onlinekurs gestellt werden. Da sich diese Fragen aber nicht einfach mit ja oder nein beantworten lassen, stelle ich in diesem Artikel weniger die Vor- und Nachteile beider Unterrichtsmodelle (PopPianoKurs vs. konventioneller Klavierunterricht) gegenüber, sondern gebe vielmehr einen allgemeineren Einblick in das weite Feld des Klavierlernens. Hierbei scheinen mir drei Fragen von besonderer Bedeutung:

  • 1. Welchen Inhalt kann Klavierunterricht zum Gegenstand haben? Hier weiterlesen...
  • 2. Welche unterschiedlichen Herangehensweisen an Musikmachen gibt es beim Klavierspielen? Hier weiterlesen...
  • 3. Welche Lernformen existieren beim Klavierspielen? Hier weiterlesen...

  • Mit meinen Antworten auf diese Fragen möchte ich vor allem Anfängern helfen, sich selbst und die eigenen Bedürfnisse, was Klavierspielen oder Musikmachen im Allgemeinen angeht, einzuordnen. Dieser Text soll bei der je individuellen Entscheidung helfen, ob der PopPianoKurs (Hier, alle Informationen zum PopPianoKurs nachlesen…) die sinnvollste Form von Unterricht sein kann. Ich sage bereits jetzt, dass das Konzept des PopPianoKurs nicht uneingeschränkt für Jeden geeignet ist. Am Ende muss jeder selbst beurteilen, ob dieser Onlinekurs den eigenen Bedürfnissen entspricht.

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    Gegenstand von Klavierunterricht

    Welche Musik möchte ich als Anfänger spielen / lernen?

    Klavier lernen: Populäre Musik oder Klassische Musik

    Eine wichtige Frage bei der Suche nach einem individuell passenden Klavierunterricht ist, welche Musik man eigentlich gerne spielen möchte. In diesem Zusammenhang wird oft zwischen klassischer Musik und Pop/Rockmusik unterschieden. Da im Namen meines Kurses das Wort „Pop“ vorkommt, möchte ich darauf eingehen, über welche Musik ich eigentlich spreche.

    Pop/Rockmusik ist zwar der heute landläufig am häufigsten gebrauchte Begriff für die von mir gemeinte Spielart von Musik, stellt aber lediglich eine Kompromisslösung dar. Denn der Begriff fasst viele Genres zusammen, die im Begriff selbst keine Erwähnung finden. Dadurch ist nicht klar, ob diese Genres dazugezählt werden bzw. der Pop- und Rockmusik untergeordnet werden. Dazu gehören z.B. Genres wie Jazz, Soul, Funk, Blues, Hip-Hop, u.v.m.
    In der musikpädagogischen Fachdiskussion wurden zeitweise ähnlich unzulängliche Begriffe wie „U-Musik“ für „Unterhaltungsmusik“ (und ihr Gegenstück „E-Musik“ für „Ernste Musik“), „Popularmusik“ und „populäre Musik“ zur Umschreibung dieser Musik verwendet. Seit einiger Zeit hat sich der Begriff Populäre Musik als Gegenstück zur Klassischen Musik durchgesetzt. Das große „P“ bzw. das große „K“ verweisen auf eine Fachsprache. In der Tat spielt das Kriterium, dass etwas „populär“, also beliebt, ist, eine entscheidende Rolle. Es geht somit weniger um elitäre Nischenprodukte als vielmehr um massenkulturelle Teilaspekte all der Genres die unter dem Begriff „Populäre Musik“ zusammengefasst werden. Es gibt einige Kriterien, nach denen Musik in den Bereich Populäre Musik eingeordnet werden können:

  • 1. Die Wurzeln all dieser Genres liegen in der afroamerikanischen Musik.
  • 2. Ihre Verbreitung erlangt Populäre Musik bis heute durch die Massenmedien (Schallplatte, CD, Fernsehen, Internet, Youtube etc.).
  • 3. Populäre Musik spielt eine große Rolle im Leben vieler Menschen. Man spricht auch von einem dominanten Lebensweltbezug.
  • 4. Populäre Musik wird überwiegend „mündlich“ überliefert, also nicht schriftlich (z.B. durch Noten). Das bedeutet, dass das Spielen nach Gehör eine zentrale Rolle einnimmt.1,2
  • Da auch diese Definition/Kategorisierung nicht frei von Kritik ist, kann man sagen, dass es für den Alltagsgebrauch – anders als in der wissenschaftlichen Diskussion – in vielen Fällen wohl ausreicht, sich bei der Frage, was Populäre Musik ist und was nicht, auf sein Bauchgefühl zu verlassen3. Dass das in vielen Fällen funktioniert, liegt daran, dass sich gewisse Standards der Populären Musik in der Regel von denen der Klassischen Musik unterscheiden, z.B. hinsichtlich Tonbildung, Sound, Phrasierung, Rhythmik (z.B. Backbeat-Orientierung) etc.4 Im Folgenden werde ich den Begriff Populäre Musik als Überbegriff aller denkbaren Genres wie Pop, Rock, Funk, Soul u.a. und in Abgrenzung zur Klassischen Musik verwenden.

    „Der ideale Klavierunterricht sollte sowohl Klassische Musik als auch Populäre Musik abdecken“


    Ich möchte bereits an dieser Stelle betonen, dass es in diesem Artikel nicht um eine Wertung von Klassischer Musik oder Populärer Musik geht. Ich selbst schätze Musik in ihrer Vielfalt und höre und spiele sowohl Klassische Musik als auch Populäre Musik. Aus diesem Grund bin ich der Meinung, dass der ideale Klavierunterricht, speziell jener für Kinder, beides abdecken sollte.

    Kinder suchen sich in der Regel die Musik, die sie spielen, nicht selbst aus, sondern werden hierbei von Erwachsenen (Eltern, Lehrer) stark beeinflusst. Deshalb sollten sie in einem idealen Musikunterricht die Möglichkeit bekommen, Einblicke in möglichst viele Spielarten von Musik zu bekommen, um sich irgendwann selbst entscheiden zu können, womit sie sich beschäftigen wollen. Mit zunehmendem Alter entwickelt sich (auch ohne Musikunterricht) eine immer genauere Vorstellung dessen, was man gerne spielen möchte. Anders ausgedrückt, man entwickelt (musikalische) Vorlieben. Wenn man davon ausgeht, dass die Vorlieben dessen, was gerne gespielt wird, mit denen übereinstimmen, was gerne gehört wird, läge der Anteil der Populären Musik bei etwa 90%.5,6
    Der konventionelle Klavierunterricht spiegelt dieses Verhältnis von Klassischer Musik und Populärer Musik allerdings in den allermeisten Fällen nicht wieder. Das geht in vielen Fällen sogar so weit, dass Populäre Musik überhaupt nicht thematisiert wird, wie mir viele Klavierschüler berichten. Das liegt u.a. daran, dass Populäre Musik erst seit einigen Jahren in den Curricula vieler Musikhochschulen verankert ist und deswegen die meisten der aktuellen Musiklehrer nicht im Bereich dieser Musik ausgebildet sind.

    Meiner Erfahrung nach erfüllt weder der beschriebene konventionelle Klavierunterricht noch der PopPianoKurs den oben erwähnten Anspruch, eine umfassende Klavierausbildung zu ermöglichen. Konventioneller Unterricht bietet in den meisten Fällen zu wenige oder gar keine Angebote im Bereich der Populären Musik und der PopPianoKurs behandelt keine Klassische Musik. In meinen Augen kann der PopPianoKurs unter inhaltlichen Aspekten also entweder als Zusatzangebot für Klavierschüler gesehen werden, die bereits konventionellen Unterricht mit klassischer Musik haben oder hatten, oder aber auch für Pianisten (auch Anfänger) geeignet sein, die ausschließlich ihren Vorlieben nachgehen möchten, wenn diese im Bereich der Populären Musik liegen.
    Bei genauerer Betrachtung sieht sich der PopPianoKurs darüber hinaus der Aufgabe gegenüber, eine äußerst mannigfaltige Musikrichtung mit sehr unterschiedlichen Ausprägungen zugänglich zu machen. Den inhaltlichen Schwerpunkt bilden dabei Popballaden und groovige Popsongs. Davon ausgehend soll ein grundsätzliches Verständnis von Populärer Musik vermittelt werden, sodass Erlerntes auch auf andere Songs und andere Stilrichtungen, die nicht behandelt werden, übertragen werden kann.
    In Anbetracht dieser inhaltlichen Unterscheidung zwischen konventionellem Klavierunterricht und dem PopPianoKurs stellt sich bei der Wahl des individuell passenden Klavierunterrichts also zuerst die Frage, ob die jeweils angebotenen Inhalte mit den persönlichen Vorlieben übereinstimmen. Da diese Entscheidung, wie bereits erwähnt, eine gewisse „Reife“ voraussetzt, empfehle ich den PopPianoKurs erst ab 14 Jahren.
    1 vgl. Terhag, 2004. 7-9
    2 vgl. Schütz, 1995, 263-264
    3 vgl. Stein, 2003, 27
    4 vgl. Schütz, 1995, 270
    5 vgl. Schütz, 1995, 265
    6 vgl. Green, 2002, 4


    Zum Schwierigkeitsgrad von Klassischer Musik und Populärer Musik

    Es wird oft die Behauptung aufgestellt, dass Klassische Musik schwieriger zu spielen oder anspruchsvoller sei als Populäre Musik. Dazu im Widerspruch steht die Aussage vieler meiner Schüler und Studenten mit Vorbildung im Bereich der Klassischen Musik, wenn sie zum ersten Mal zu mir kommen, dass sie überhaupt nicht wüssten, wie man Populäre Musik spielt. Sie sind dazu also nicht in der Lage, obwohl sie die vermeintlich anspruchsvollere Musik bereits beherrschen. Dieser Widerspruch lässt ein weit verbreitetes stark verkürztes Verständnis des Schwierigkeitsgrads von Klassischer Musik und Populärer Musik vermuten.

    So wird der Vergleich des Schwierigkeitsgrads oftmals auf den musikalischen Inhalt (z.B. Harmonik) und das (spiel)technische Niveau beschränkt. Dabei mag der Eindruck, dass Klassische Musik schwieriger sei, u.a. dadurch entstehen, dass in klassischen Konzerten überwiegend Werke gespielt werden, deren struktureller Aufbau und Harmonik sehr komplex sind und die den Musikern teilweise artistische Höchstleistungen abverlangen.

    Dem gegenüber kommt es bei vielen Pop/Rockkonzerten eher darauf an, dass die Musik vordergründig (z.B. im Bereich der Harmonik) so „einfach“ gehalten ist, dass das Publikum mitsingen kann. Trotz dieser starken Tendenz muss man jedoch bereits mit einem, wie oben angedeutet, verkürzten Verständnis von „Schwierigkeitsgrad“ feststellen, dass es sowohl in der Klassischen Musik als auch in der Populären Musik Werke/Stücke/Songs in allen Schwierigkeitsstufen hinsichtlich des musikalischen Inhalts und des spieltechnischen Niveaus gibt.
    So finden sich auch bei der Populären Musik ganz offensichtlich komplexe Werke wie beispielsweise Songs von Dream Theater oder Dave Weckl. Auf der anderen Seite existieren auch „einfache“ klassische Werke wie z.B. „Albumblatt (Für Elise)“ von Ludwig van Beethoven.

    Trotz der Entkräftung der Behauptung, dass Klassische Musik grundsätzlich schwieriger sei, ist es unstrittig, dass es im Bereich der Populären Musik durchaus möglich ist, auf einem frühen handwerklichen Niveau ins eigene Musikmachen, v.a. innerhalb einer Gruppe, einzusteigen.7 So lassen sich z.B. zahlreiche Songs mit einigen wenigen Gitarren-Akkorden begleiten. Allerdings ist die Komplexität von Populärer Musik, die sich beispielsweise in der Struktur einzelner Patterns verbirgt, nicht an deren Oberfläche zu finden. Und man braucht einige Erfahrung und Wissen um sie zu erkennen und selbst umsetzen zu können.8
    Darüber hinaus müssen neben den bisherigen Kriterien auch die Aneignungsformen bzw. die Herangehensweisen an die jeweilige Musik, auf die ich im nächsten Abschnitt genauer eingehen möchte, berücksichtigt werden, um das Verständnis des Schwierigkeitsgrads von Klassischer Musik und Populärer Musik weiter zu konkretisieren. Aus diesen unterschiedlichen Herangehensweisen ergeben sich nämlich auch unterschiedliche Qualitätskriterien für die jeweilige Musikrichtung. Der Fehler bei der Bewertung des Schwierigkeitsgrads eines bestimmten Werks oder Songs liegt nun oftmals darin, dass die Qualitätskriterien der einen Musikrichtung auf die jeweils andere angewendet werden, was zwangsläufig zu einem unvollständigen und verzerrten Bild führt.
    7 vgl. Schütz, 1995, 269
    8 vgl. Schütz, 1995, 270

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    Herangehensweise an das Musikmachen

    Auf welchem Weg kann man sich als Anfänger an Musik herantasten?

    Klavier lernen: Populäre Musik oder Klassische Musik

    Um in Klischees zu sprechen werden Musiker aus dem Bereich der Populären Musik häufig nicht für voll genommen, da sie tatsächlich oftmals keine Noten lesen können. Umgekehrt ist häufig eine Geringschätzung gegenüber Klassischen Musikern zu beobachten, da diese oft nicht in der Lage sind irgendetwas zu spielen, wenn sie dafür keine Noten haben oder hatten. Interessanterweise resultieren aus dem Unterschied in der Herangehensweise nicht immer Geringschätzung gegenüber Musikern aus dem jeweils anderen Bereich, sondern im Gegenteil auch Bewunderung für eine Fähigkeit, die man jeweils selbst nicht hat. Sowohl Geringschätzung als auch Bewunderung können darauf basieren, dass eine der beiden Herangehensweisen als einfacher oder schwieriger erachtet wird. Im Folgenden möchte ich auf die Unterschiede in der Herangehensweise an Klassische Musik und Populäre Musik eingehen.

    Klassische Musik ist durch Noten festgelegt und Aufnahmen stellen eine Abbildung dar. Bei Populärer Musik verhält es sich genau anders herum. Aufgrund gewisser Eigenheiten von Populärer Musik, was Tongebung, Phrasierung, Rhythmik u.a. angeht, ist die traditionelle Notenschrift für diese Musik nur sehr beschränkt geeignet. Eine exakte (!) schriftliche Fixierung von Populärer Musik stellt also eine große Schwierigkeit dar, was dazu führt, dass Noten von Populärer Musik oft fehlerhaft sind oder auch das Wesen der Musik nicht treffen. Das heißt aber nicht, dass in der Populären Musik überhaupt nichts aufgeschrieben wird. Allermeistens werden beim Musizieren sogenannte Leadsheets anstelle von Noten verwendet. Hier kann der Text eines Songs, der Songverlauf, die zugrundeliegenden Akkorde in einer speziellen Symbolschrift u.ä. festgehalten werden, was aber von einer exakten Notation weit entfernt ist. Die Konsequenz ist, dass das Notenmaterial Klassischer Musik ganz genaue Vorgaben macht und somit exakt festlegt, welche Töne „richtig und falsch“ sind. Leadsheets hingegen sind sehr ungenau und lassen sehr viel Spielraum für Interpretationen. Das ist aber kein Nachteil. Denn im Bereich der Populären Musik ist der Rahmen von „richtig und falsch“ im positiven Sinne sehr viel weiter gesteckt. Natürlich gibt es Strukturen, die möglichst exakt wiedergegeben werden müssen, worauf ich später nochmals eingehen werde. Es gibt aber auch einen großen Bereich an „Möglichkeiten“ zu paraphrasieren, also z.B. ein Voicing oder Pattern zu spielen, das zwar nicht mit dem Original übereinstimmt, aber den Song und seine Struktur im Wesen nicht verändert. Zu einem bestimmten Zeitpunkt kann aber immer nur eine Möglichkeit gespielt werden. Das bedeutet, dass der Spieler selbst entscheiden muss, welche Möglichkeit er wählt und zwar zu jedem Zeitpunkt seines Spiels. Dies kommt einer gewissen Art von Improvisation gleich.

    Manch Einer vertritt nun die Ansicht, dass diese Freiheit das Spielen einfacher macht, weil es mehr als eine Möglichkeit gibt, „richtig“ zu spielen. Andere hingegen empfinden diese Freiheit als Schwierigkeit. Sie möchten diese Entscheidungen nicht treffen und spielen lieber nach Noten, weil die Exaktheit der Noten ihnen diese Entscheidungen abnimmt. „Richtig und falsch“ kann anhand von Noten relativ einfach kontrolliert werden. Und die Frage, ob die Wahl anderer Töne vielleicht besser, geschmackvoller oder interessanter wäre, muss nicht beantwortet werden, weil sie aufgrund der Notenvorgaben gar nicht gestellt wird.
    Dass Klassische Musik i.d.R. gelernt wird, indem man sich zunächst die Notenschrift und deren Umsetzung aneignet und dann Werk für Werk von einer Notenvorlage abspielt, ist allgemein bekannt.
    Wie lernt man jetzt aber Populäre Musik zu spielen, wenn es dort keine exakten Vorgaben gibt, die einem zeigen, was richtig und was falsch ist?
    In vielen Fällen lernen Pop/Rockmusiker durch Anhören und Nachspielen.9
    Dabei wird das Gehör für typische Akkordverbindungen und Strukturteile der Populären Musik sensibilisiert. Auch das Zusammenspielen mit anderen spielt dabei eine Rolle. Diese Situation wird in gewisser Weise bereits simuliert, wenn man zu einer Aufnahme dazu spielt. Was passiert dabei? Man lernt eine Vielzahl an Mustern (Patterns, Licks, Grooves, Akkordverbindungen), die jeweils für eine bestimmte Stilrichtung gültig sind und sich auf andere (vergleichbare) Songs der jeweiligen Stilrichtung übertragen lassen. Anders ausgedrückt, besteht jede Stilrichtung aus einzelnen Bausteinen, die sie als solche charakterisieren. Wenn man diese Bausteine kennt und in der Lage ist, sie auf bestimmte andere, relativ fixe Parameter eines Songs (Tonart, Tempo, Akkordfolge u.a.) anzupassen, kann man prinzipiell jeden Song dieser Stilrichtung spielen. Natürlich gilt, je mehr solcher Bausteine man kennt, desto mehr, flexibler und stilsicherer kann man spielen. Im Prinzip bedeutet das also, dass man einen Song eben nicht exakt nachspielt, sondern eigentlich einzelne Elemente paraphrasiert bzw. bearbeitet. Dennoch bleibt der Song als solcher erkennbar, da man eben gewisse Parameter dabei strenger handhabt und andere freier. Auf diesem Weg lernt man nicht nur, wie man ganz allgemein Populäre Musik spielt, sondern auch jeden einzelnen neuen Song, den man sich erarbeitet.

    Viele Pianisten sagen, „ich möchte aber gar nicht kreativ bearbeiten und lieber den Song exakt nachspielen„. Das ist jedoch zum Einen oft wesentlich schwieriger, da man entweder sehr gut hören muss oder aber das Glück haben muss, gute bzw. fehlerfreie Noten zu finden. Zum Anderen ist es in den meisten Fällen aber auch gar nicht möglich, da kein reines Klavierstück vorliegt sondern in der Regel eine Bandversion. Wenn eine solche Bandversion eine Klavierstimme enthält und man diese exakt nachspielt und somit die restlichen Instrumente sozusagen weglässt, wird das Ergebnis in den allermeisten Fällen unvollständig sein und sehr unbefriedigend klingen. Für eine gut klingende Klavierversion des Songs muss man also bis auf wenige Ausnahmen die bestimmten Parameter der restlichen Instrumente für das Klavier umarbeiten und in die Klavierversion integrieren. Genauso gut kann es natürlich sein, dass in einem Song überhaupt keine Klavierstimme vorkommt. Dann muss man sich sowieso ein eigenes Klavierarrangement aus den vorhandenen Instrumenten basteln. All das funktioniert mit den angesprochenen Bausteinen.

    „Richtig vermittelt und angewendet ist Musiktheorie ein grandioses Hilfsmittel, um zu verstehen, wie Musik funktioniert.“


    An dieser Stelle möchte ich kurz darauf eingehen, welche Rolle Musiktheorie beim Paraphrasieren und Bearbeiten spielen kann.
    Prinzipiell funktioniert das Lernen der angesprochenen Bausteine und Muster auch völlig ohne jedes musiktheoretische Wissen. Durch viel Ausprobieren am Instrument und mit Aufnahmen und die dadurch gewonnene Erfahrung, weiß man sozusagen ganz intuitiv, was man spielen muss, damit es so klingt, wie man es möchte. Diese experimentierende Lernstrategie ist ungemein wichtig für das Lernen Populärer Musik, was ich später noch genauer ausführen werde. Allerdings (und das ist auch mein Ansatz im PopPianoKurs) kann das Lernen noch wesentlich schneller und gewinnbringender vonstattengehen, wenn diese Lernstrategie durch eine weitere ergänzt wird und zwar durch die Aneignung musiktheoretischen Wissens. Dieses Wissen ermöglicht eine theoretische Herleitung verschiedener Sachverhalte. Richtig vermittelt und angewendet ist Musiktheorie ein grandioses Hilfsmittel, um zu verstehen, wie Musik funktioniert. Dadurch ist man in der Lage, sich zu erklären, was man gerade spielt oder spielen könnte, sich selbst Möglichkeiten zu überlegen oder nach zu recherchieren und sein Spiel eigenständig weiterzuentwickeln. Leider ist Musiktheorie oft negativ konnotiert, weil sie in vielen Fällen ohne konkreten Praxisbezug vermittelt wird und ihre Relevanz deshalb unerkannt bleibt. Im PopPianoKurs hingegen wird nach einer Einführung in das musiktheoretische Basiswissen Musiktheorie genau auf die jeweilige Lektion zugeschnitten erklärt. Darüber hinaus finden die Erklärungen an Beispielsongs statt, die dann sofort praktisch umgesetzt werden. Deshalb ist immer sofort erkennbar, welchen direkten Nutzen die Theorie hat.

    Bei der Zuordnung einer bestimmten Herangehensweise zu einer Musikrichtung fällt auf, dass es in beiden Bereichen auch immer wieder Gegenbeispiele gibt, die auf die typische Herangehensweise aus dem jeweils anderen Bereich hindeuten. So gibt es auch im Bereich der Klassischen Musik Werke, deren Umsetzung eher frei und nicht exakt festgelegt ist (z.B. alte Musik in Generalbassschrift).
    Im Gegenzug gibt es Songs aus der Populären Musik, bei denen bestimmte Strukturen exakt nachgespielt werden müssen, weil die Songs sonst nicht wiedererkannt werden (z.B. explizite Gitarrenriffs wie das von „Highway To Hell“ von AC/DC). Aber es bleibt die klare Gewichtung, dass im Bereich der Populären Musik der Umgang mit vielen Parametern wesentlich freier ist als im Bereich der Klassischen Musik. Deswegen sind Notenkenntnisse bei Klassischer Musik unverzichtbar und bei Populärer Musik zwar nicht schädlich, aber auch nicht zwingend nötig. (Das gilt für Profi-Musiker im Bereich Populäre Musik nur eingeschränkt!)
    Hier sei angemerkt, dass es auch im Bereich der Klassischen Musik in der Zeit, in der die jeweilige Musik entstanden ist, durchaus üblich war zu improvisieren und zu paraphrasieren. Insofern ist die hier beschriebene heute verbreitete Herangehensweise nicht per se an Klassische Musik gekoppelt, sondern hat sich historisch so etabliert. Warum die Praxis des Improvisierens und Paraphrasierens im Bereich der Klassischen Musik heute im konventionellen Klavierunterricht so gut wie nicht mehr vorzufinden ist, soll hier jedoch nicht Thema sein.
    Ausgehend von der These, dass im konventionellen Klavierunterricht überwiegend bis ausschließlich Klassische Musik unterrichtet wird, kann man sagen, dass dort überwiegend bis ausschließlich eine reproduktive Herangehensweise an das Musikmachen, also exaktes „Nachspielen“ gelehrt wird. Dies lässt die ebenso wertvolle freie, improvisatorische Umgangsweise mit Musik, wie sie sich im Spielen ohne Noten widerspiegelt, völlig außen vor. Ähnlich wie bei der Frage nach dem musikalischen Inhalt gilt auch hier, dass ich ein Gegengewicht zum konventionellen (klassischen) Klavierunterricht schaffen und somit die Möglichkeit anbieten möchte, auch das freie Klavierspielen ohne Noten zu lernen. Für die Auswahl eines auf die individuellen Bedürfnisse zugeschnittenen Unterrichts ist es also wichtig, sich darüber im Klaren zu sein, welche Herangehensweise an Musik man grundsätzlich lernen möchte.
    Zugegebenermaßen ist diese Entscheidung sehr stark an die Frage gekoppelt, ob man sich mit Klassischer Musik oder mit Populärer Musik beschäftigen möchte. Ich möchte hier ganz bewusst die Angst vor dem Lernen der beiden Herangehensweisen nehmen. Meiner Ansicht nach ist keine der beiden Herangehensweisen einfacher oder schwieriger und beide sind lernbar!
    9 vgl. Green, 2002, 60

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    Formen des Lernens

    Wie kann man als Anfänger Klavierspielen lernen?

    Klavier lernen: Populäre Musik oder Klassische Musik

    Ebenso wie sich Klassische Musik und Populäre Musik hinsichtlich der Herangehensweise an die jeweilige Musik unterscheiden, sind auch jeweils typische Lernformen und Lernstrategien zu beobachten, die sich aus der jeweiligen Herangehensweise ergeben. Grundsätzlich können wir zwischen dem Lernen mit einem Lehrer (formelles Lernen) und dem Lernen ohne einen Lehrer (informelles Lernen) unterscheiden. Klassische Musik wird so gut wie nie ohne konventionellen Unterricht bei einem oder mehreren Lehrern gelernt. Es handelt sich also um formelles Lernen. Das liegt u.a. daran, dass es in der Klassischen Musik, wie bereits erwähnt, aufgrund der detaillierten Notenvorlage sehr genaue Vorgaben gibt. Die Aufgabe des Lehrers ist im konventionellen Unterricht nun, dem Schüler beizubringen, wie man diese Vorgaben (Tonhöhe, Tondauer, Phrasierung etc.) in technischer und stilistischer Hinsicht so exakt wie möglich umsetzt.

    Demgegenüber hört man von vielen Musikern aus dem Bereich der Populären Musik, dass sie sich ihr „Instrument selbst beigebracht“ hätten, oder dass sie sich zumindest nach oder parallel zu einer klassischen Instrumentalausbildung die typische Herangehensweise an Populäre Musik ohne einen Lehrer angeeignet hätten. Diese Aussagen beschreiben eindeutig Prozesse des informellen Lernens. Dass bei Populärer Musik überwiegend diese Art des Lernens stattfindet, hat stark mit der Herangehensweise an dieselbe zu tun. Wie bereits beschrieben, wird hier viel durch Anhören und Nachspielen sowie Experimentieren10 gelernt und geübt. Hierbei spielt das Prinzip „Versuch und Irrtum (trial and error)“ eine große Rolle. Viele Pianisten und andere Musiker kostet es große Überwindung diesen „Irrtum“ auch zuzulassen. Aber nur so kann man lernen mit der Vielzahl an Möglichkeiten umzugehen und eigene Ideen zu entwickeln.
    10 vgl. Green, 2002, 60

    „Was der Lehrer dem Schüler jedoch in keinem Fall abnehmen kann, ist das Ausprobieren.“


    Was das Spielen nach Gehör angeht, kann man sagen, dass ein Klassisches Stück aufgrund der Notenvorlage gespielt werden kann, ohne dass man eine Aufnahme davon gehört haben muss. Dies entspricht auch der weit verbreiteten Praxis im konventionellen Musikunterricht.11

    Für das Nachspielen eines Songs der Populären Musik jedoch ist das Anhören der entsprechenden Aufnahme äußerst wichtig. Ohne Hörkenntnis ist eine Interpretation zwar möglich, jedoch lediglich indem man sich ausschließlich stiltypischer „Klischees“ bedient. Die individuelle Note des Songs kann hierbei eben verloren gehen. Viele meiner Klavierschüler waren anfangs der Meinung sie hätten ein „schlechtes Gehör“ und könnten deshalb nicht lernen frei von Noten zu spielen. Doch das Spielen nach Gehör kann man genauso lernen wie das Notenlesen, man muss es allerdings auch genauso üben.
    Dabei gilt es zu beachten, dass es sich beim Spielen nach Gehör um eine extra Disziplin handelt, die nicht zwingend Bestandteil des konventionellen Unterrichts ist. Das Spielen nach Gehör wird dort oft nicht erlernt, weil es eben nicht explizit thematisiert wird. Ich habe auch einige Schüler erlebt, die gar nicht darüber nachdenken, sondern aus Neugier einfach damit anfangen nach Gehör zu spielen. Auch dies ist Teil der bereits erwähnten experimentierenden Lernstrategie.

    Halten wir also fest, dass Klassische Musik in der Regel formell und Populäre Musik in der Regel informell gelernt wird. Im Folgenden möchte ich der Frage nachgehen, welche sinnvollen Möglichkeiten es geben kann Populäre Musik zu unterrichten, also einen Lerngegenstand, der eigentlich informell gelernt wird auf eine formelle Lernsituation zu übertragen. Andernfalls hätte der PopPianoKurs, bei dem Populäre Musik durch einen Lehrer vermittelt wird, keinen Sinn. Es muss sich dabei also definitiv um eine Verbindung von formellem und informellem Lernen handeln. Die Frage, die ich mir also dabei gestellt habe, lautet:
    Welchen sinnvollen Beitrag kann ein Lehrer leisten, damit das Ausprobieren des Schülers im Bereich der Populären Musik „erfolgreicher“ wird?
    Dabei ist der Begriff „erfolgreich“ aus der Sicht des Schülers zu bewerten. Da der Schüler am Ende bestimmt, was und auf welche Art er spielen möchte, favorisiere ich im PopPianoKurs eine ergebnisoffene Herangehensweise. Ich zeige einerseits z.B. anhand der Beispielsongs bestimmte Möglichkeiten zu spielen. Durch deren theoretische Herleitung und das Aufzeigen von Variationsmöglichkeiten andererseits sollen die Schüler in die Lage versetzt werden, weitere Möglichkeiten zu finden und ihr Spiel selbstständig weiterzuentwickeln. Diese Kombination aus genauem Nachspielen, theoretischem Herleiten und Ausprobieren bietet meiner Meinung nach große Chancen das Ziel zu erreichen Populäre Musik frei zu spielen.
    11 vgl. Green, 2002, 187

    „Das Spielen nach Gehör kann man genauso lernen wie das Notenlesen, man muss es allerdings auch genauso üben“


    Die grundsätzliche Aufgabe eines Lehrers ist es Sachverhalte zu erklären und Lerninhalte zu strukturieren, die sonst zusammenhangslos wären. Völlig klar ist, dass es dadurch gelingen soll, dass sich Zusammenhänge für den Schüler schneller und v.a. besser erschließen. Hierzu gehört neben klavierspezifischen Aspekten auch die Musiktheorie, die dafür sorgt, das zu verstehen, was man spielt. Der Lehrer kann den Rahmen der angesprochenen Spiel-Möglichkeiten umreißen, indem er auf der einen Seite aufzeigt, was nicht geht, also definitiv falsch ist, und auf der anderen Seite darlegt, welche Variationsmechanismen es gibt. Dies geschieht, indem er z.B. die ebenfalls angesprochenen Bausteine und Muster erklärt und darlegt, wie man selbst Möglichkeiten (Variationen) finden kann. Was der Lehrer dem Schüler jedoch in keinem Fall abnehmen kann, ist das Ausprobieren. Diesen eigenen Beitrag müssen auch die Teilnehmer des PopPianoKurs leisten. Sonst lernen sie lediglich einige Songs, aber nicht wie man grundsätzlich Populäre Musik spielt. Wie bereits erwähnt, kann man prinzipiell sagen, dass sich die Art des Lernens in gewisser Weise aus der Herangehensweise an die Musik ergibt. Das bedeutet aber nicht, dass man Populäre Musik nicht unterrichten kann. Es bedeutet, dass ein Unterricht im Bereich der Populären Musik Freiräume für das Ausprobieren des Schülers schaffen und ihn eben zu diesem Ausprobieren ermutigen und befähigen muss. Genau das möchte ich mit dem PopPianoKurs erreichen.
    Was die Frage nach dem individuell passenden Unterricht im Hinblick auf die Art des Lernens angeht, möchte ich abschließend sagen, dass man sich darüber im Klaren sein sollte, welche Möglichkeiten ein konventioneller Unterricht im Unterschied zu einem Onlinekurs wie dem PopPianoKurs bietet. Man sollte wissen, dass das Lernen im Bereich Populärer Musik einen großen Anteil an informellem Lernen beinhaltet. Grundsätzlich kann das auch in einem konventionellen Unterricht geleistet werden. Das hängt aber sehr stark vom Lehrer und seiner individuellen Ausgestaltung des Unterrichts ab.

    Fazit


    Aus meiner Sicht als Lehrer wird im idealen Klavierunterricht vieles unterrichtet und zwar sowohl hinsichtlich des Inhalts (also Klassische Musik und Populäre Musik) als auch hinsichtlich der Herangehensweise an Musik (nach Noten und frei bzw. nach Gehör sowie unter Zuhilfename von Musiktheorie). Weiterhin sollte der Unterricht selbstgesteuertes Lernen fördern und der Lehrer trotz dieser Bandbreite des Unterrichts individuell auf den Schüler und seine Bedürfnisse eingehen.
    Wie bereits beschrieben, deckt sowohl der konventionelle Unterricht als auch der PopPianoKurs nicht diese komplette Bandbreite ab. Auch aus der Sicht des Schülers wird diese Bandbreite schon allein durch die persönlichen Vorlieben, die sich, wie oben kurz angedeutet, tendenziell mit zunehmendem Alter erst herausbilden, eingeschränkt. Schwierig wird es nun, wenn der Lerninhalt (Angebot des Lehrers) und die Bedürfnisse des Schülers (Bandbreite des Schülers) nicht übereinstimmen, wenn also zum Einen Lerninhalte „aufgezwungen“ werden und zum Anderen Lerninhalte fehlen. Deshalb sollte man sich als Anfänger bei der Wahl des Klavierunterrichts fragen, welche Musik man spielen möchte, welche Herangehensweise an Musik man praktizieren möchte und welche Art des Lernens für einen geeignet ist. Die Beantwortung dieser Fragen ist natürlich wesentlich leichter, wenn man bereits Erfahrung mit Klavierunterricht oder selbstgesteuertem Klavierlernen hat. In diesen Fällen weiß man, was einem an seiner jeweiligen Lernsituation gefällt oder nicht gefällt bzw. was vielleicht fehlt.
    Für Anfänger ist die Beantwortung dieser Fragen nicht ganz so leicht. Durch inhaltliche Einseitigkeit des Klavierunterrichts kommt man ggf. mit vielerlei Musik nie in Berührung, was man vermeiden sollte.

    Wenn sich jedoch auf der Basis einer vielseitigen Kenntnis von Musik Vorlieben herausgebildet haben, ist es durchaus legitim ein Unterrichtsangebot wahrzunehmen, das auf diese Vorlieben zugeschnitten ist. Was die Herangehensweisen an Musik (Spielen nach Noten, nach Gehör etc.) angeht, die man als Anfänger alle nicht kennt, sollte nichts kategorisch ausgeschlossen sondern alles ausprobiert werden. Allerdings hat die Wahl des Inhalts, wie bereits beschrieben, oft unweigerlich eine bestimmte Herangehensweise zur Folge. Hinsichtlich der Formen des Lernens sollte man sich darüber im Klaren sein, dass Lerninhalte wie Haltung und Technik in einem Onlinekurs zwar erklärt werden und man sich derlei Dinge abschauen kann, es andererseits aber keine Kontrolle von Seiten des Lehrers gibt. Man muss also in der Lage sein selbst-kontrolliert zu lernen, was eine gewisse Genauigkeit und Zuverlässigkeit voraussetzt.

    Demgegenüber gibt es aber auch positive Aspekte. Viele Schüler berichten von einer für sie unangenehmen Lernsituation und einem gewissen Druck, den sie verspüren, wenn ein Lehrer direkt daneben sitzt. Dieser Druck existiert bei einem Onlinekurs nicht. Die Erfahrung zeigt außerdem, dass viele Schüler sich oft nicht trauen Fragen zu stellen und dann der Unterricht weiter geht, ohne dass Lerninhalte verstanden wurden. Bei einem Onlinekurs kann man Abschnitte beliebig oft wiederholen, bis man einen Sachverhalt verstanden hat. Sollte das nicht reichen, besteht beim PopPianoKurs zusätzlich die Möglichkeit, Fragen zu stellen.
    Wie bereits angedeutet, erhebt der PopPianoKurs keinen Anspruch auf Vollständigkeit hinsichtlich einer allumfassenden Klavierausbildung sondern soll vielmehr ein Gegengewicht zum konventionellen Klavierunterricht darstellen und ein Defizit beim Klavierunterricht-Angebot ausgleichen.
    Insgesamt kann man sagen, dass der PopPianoKurs für Anfänger zwar nicht ideal ist, aber dennoch sinnvoll sein und v.a. Spaß machen kann. Als Ergänzung oder Weiterführung einer bestehenden Klavierausbildung ist er uneingeschränkt geeignet. Er bietet neben ganz allgemeinen Vorteilen (z.B. flexible Unterrichtszeiten, geringere Kosten u.a.) bestimmte Inhalte, die vorab mit den eigenen Bedürfnissen abzugleichen sind.

    Literaturverzeichnis & Quellen


  • Green, Lucy (2002). How Popular Musicians Learn – A Way Ahead For Music Education. Farnham: Ashgate Press
  • Schütz, Volker (1995). Didaktik der Pop/Rockmusik – Begründungsaspekte. In Helms, Siegmund & Schneider, Reinhard & Weber, Rudolf (Hg.), Kompendium der Musikpädagogik (S. 262-280). Kassel: Gustav Bosse Verlag
  • Stein, Barbara (2003). … und nun definieren Sie mal Popmusik!. Musikforum, 1, 25-29
  • Terhag, Jürgen (2004). Populäre Musik und „Popularmusik“ – Ein Zwillingspaar aus unterschiedlichen Elternhäusern. Üben und Musizieren, 5, 6 – 9
  • Illustrationen: Robert Weissenbacher
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