In den folgenden Videos habe ich einige nützliche Tipps zusammengetragen, die dir helfen sollen, dein freies Klavierspiel zu verbessern.
Also nix wie ran an die Tasten!

Tipp 1: Großer Effekt mit wenigen Mitteln

Tipp 2: So übst du sinnvoll & zeitsparend

Besser Klavierspielen durch richtiges Üben:

Spielen ist nicht Üben

So hart es ist, aber Üben heißt, das zu machen, was man nicht kann.

Viele meiner Schüler sagen: „Ich übe eine Stunde am Tag.“ Zu diesen habe ich früher auch gehört. Die Realität sah allerdings so aus, dass ich fast ausschließlich die Dinge gespielt habe, die sowieso schon liefen. Die Stellen, die ich nicht konnte, habe ich irgendwie überspielt. Wenn ich die Zeit, in der ich wirklich geübt habe, zusammengezählt hätte, wären das nur wenige Minuten gewesen und die waren auch noch völlig zusammenhangslos auf die Spielzeit verteilt. So waren also nicht einmal diese wenigen Minuten effektiv. Ich hatte aber immer den Eindruck, als hätte ich unheimlich viel geübt, obwohl kaum etwas voran ging. Was für eine Überraschung!

Eine Stunde konzentriertes Üben ist enorm anstrengend und für Ungeübte eigentlich nicht durchzuhalten. Als ich das alles erkannt hatte, habe ich mir vorgenommen, jeden Tag zehn Minuten konzentriert und sinnvoll zu üben und anschließend 20 Minuten zu spielen. Das war insgesamt kürzer, aber wesentlich effektiver und das Verhältnis von Üben zu Spielen war immer noch nur 1:2
Wichtig ist, dass man mit dem Spielen aber nicht aufhört, denn das Spielen macht Spaß und ist ja der eigentliche Grund, warum wir uns ans Klavier setzen! Insofern ist das Spielen für mich die Belohnung für das Üben!

Zeit sparen

Als ich anfing, beruflich Musik zu machen, wurden die Projekte, für die ich Material vorbereiten musste, immer mehr und umfangreicher und mir fehlte die Zeit, alles gut vorzubereiten. Die einzige Möglichkeit war, noch effizienter zu üben, also in der gleichen Zeit mehr zu bewältigen. Das ging nur, indem ich das Verhältnis von Üben und Spielen verändert habe und dementsprechend mehr geübt als gespielt habe. Das Spielen fand dann hauptsächlich auf der Bühne statt, was diesen Moment umso schöner gemacht hat.
Wie gesagt, man will ja nicht auf das Spielen verzichten, insbesondere auch, wenn Musiker nicht der eigentliche Beruf ist und man natürlich nur begrenzt Zeit hat. Trotzdem möchte man Fortschritte machen.
Zum einen muss man sich also klar darüber werden, wann man übt und wann man spielt. Zum anderen muss man aber natürlich auch wissen, wie man richtig übt.
Wenn man also sein Übepensum in nur zehn Minuten absolvieren möchte, ist das Wichtigste, alles Überflüssige, also das, was man schon kann, wegzulassen. Das bedeutet, dass man sich nur noch kleine Ausschnitte vornimmt. Man sollte sich aber auch nicht zu viele dieser kleinen Ausschnitte vornehmen, sondern lieber solange bei einem bleiben bis dieser besser wird. Teile dir die Abschnitte lieber ein und hebe dir etwas für den nächsten Tag auf! Weniger ist hier mehr!

Fehler vermeiden

Der nächste wichtige Schritt ist das Vermeiden von Fehlern.
Stell dir vor, ein Freund gibt dir seine neue Telefonnummer und du versuchst, sie dir zu merken. Es wird dir wesentlich schwerer fallen, wenn du seine alte Telefonnummer schon auswendig gelernt hast, als wenn du noch keine Nummer von ihm hattest. Du wirst des Öfteren auf die alte Nummer zurückfallen oder die beiden Nummern mischen.

Beim Klavierspielen ist es ganz genauso! Wenn du einmal einen Fehler einstudiert hast, ist es schwieriger diesen zu korrigieren, als etwas neu zu lernen.

Das bedeutet, dass du von Anfang an versuchen solltest, Fehler bzw. falsche Bewegungen zu vermeiden! Unser Gehirn ist so angelegt, dass wir sehr viel mehr Wiederholungen brauchen um Fehler zu korrigieren, als um etwas Neues von Anfang an richtig zu lernen.

Dazu musst du eine Sache beachten:
Spiele immer nur so schnell, dass du zu jeder Zeit alles im Griff hast und du keine Fehler machst. Steigere das Tempo nur dann, wenn du dich sicher genug fühlst! Wenn du unsicher bist, reduziere das Tempo wieder! Mit dieser Methode kannst du dich ganz langsam an das Endtempo herantasten.
Wenn man beim Üben nie einen Fehler macht, muss man keinen ausbügeln!

Wenn du auf diese Weise die einzelnen Abschnitte geübt hast, denke an die Übergänge! Die werden gerne vergessen und dann holpert es doch wieder, wenn man die Abschnitte zusammensetzt.

Zu Aufnahmen spielen

Dieser Punkt ist v.a. bei Popmusik sehr wichtig. Einen Song langsam und ohne Aufnahme zu üben ist zwar notwendig, aber sobald du ihn spielen kannst, solltest du das zur Aufnahme tun. Das bringt viele Vorteile:

  • Du schulst dein Timing
  • Du entwickelst ein Gespür für stilistische Feinheiten
  • Du kannst trainieren, mit anderen Musikern zu spielen und das mit einer Profiband
  • Du kannst zu der Aufnahme improvisieren
  • Du lernst Patterns, Licks und Grooves kennen, mit denen du dein Spiel erweitern kannst
  • Du schulst dein Gehör für typische Akkordverbindungen

Motivation

Ein letzter wichtiger Punkt für effektives Üben ist die Motivation. Es klingt vielleicht banal, aber die Motivation wird bereits bei der Songauswahl entscheidend beeinflusst. Wenn du aus welchen Gründen auch immer Songs spielst, die dir nicht wirklich gefallen, wirst du auch nicht motiviert sein, sie zu üben.
Suche dir also Songs, die du wirklich spielen können willst und das Üben wird dir nicht schwer fallen, sondern Spaß machen!

Ich hoffe, du probierst meine Tipps gleich aus.

Du wirst bald feststellen, dass du in wesentlich kürzerer Zeit deutlich mehr erreichen wirst.

Viel Erfolg dabei!

Tipp 3: Aufwärmprogramm

Tipp 4: Von anderen Instrumenten lernen…

Tipp 5: Improvisieren in der Popmusik

Tipp 6: Akkordeinwürfe

Tipp 7: Tipps zum Thema Equipment

Welches Equipment ist das Richtige für mich?

Immer wieder werde ich von Schülern nach Equipment-Tipps gefragt. Deswegen habe ich hier mal einige Überlegungen aufgeschrieben.

Ich selbst spiele am liebsten an einem guten Flügel. Bei einem guten Instrument sind der Klang und das Spielgefühl toll. Aber wie viele andere Pianisten besitze ich wegen der hohen Kosten und der Größe des Instruments keinen eigenen Flügel.

Eine günstigere und platzsparendere Variante ist natürlich ein Klavier. Ein gutes Klavier kann ein würdiger Ersatz für einen Flügel sein. Prinzipiell rate ich bei der Frage, welches Instrument gekauft werden sollte, meistens zu einem Klavier. Das hat einen einfachen Grund: die Tastur eines Klaviers hat einen gewissen Widerstand, den die elektronischen Instrumente nur ansatzweise haben. Diesen Widerstand braucht man, um die besten „Trainingsergebnisse“ zu erzielen. Für schnelles und präzises Spielen brauchst du Kraft in den Fingern. Hier ist es wie beim Kraftsport: Wer seine Übungen ständig ohne Gewichte macht, wird seine Kraft nur schwer steigern können.
Der Nachteil eines Klaviers ist wie bei einem Flügel der hohe Preis. Von billigen Klavieren würde ich die Finger lassen! Außerdem sollte ein Klavier ca. 1x pro Jahr gestimmt werden, was auch wieder Geld kostet.

Natürlich gibt es auch elektronische Tasteninstrumente wie E-Pianos, Workstations oder Keyboards. Der Vorteil der elektronischen Varianten ist v.a., dass sie transportabel sind (Du kannst damit Auftritte spielen oder sie in den Proberaum mitnehmen.) Außerdem kann man sie problemlos verstärken (Bei Auftritten müssen die meisten Instrumente verstärkt werden. Ein Klavier müsste man aufwendig mikrofonieren. Bei einem elektronischen Instrument reicht ein einfaches Kabel in das Mischpult oder den Verstärker.). Allerdings haben viele der elektronischen Tasteninstrumente keine eingebauten Lautsprecher, sodass man diese Instrumente auch zum Üben verstärken muss.
Bei den elektronischen Varianten hast du mehrere oder viele verschiedene Sounds zur Auswahl sowie technische Hilfsmittel wie z.B. die Transpose-Funktion. Im Allgemeinen sind die elektronischen Varianten günstiger. Aber auch hier hat Qualität ihren Preis.

Bei einem E-Piano liegt das Hauptaugenmerk, wie der Name schon sagt, auf den „Klaviereigenschaften“. Bei der Tastatur wird die Hammermechanik des Klaviers imitiert. Das Spielgefühl kommt hier von allen elektronischen Varianten dem Klavier am nächsten. Es hat nur wenige Sounds, von denen das Klavier am wichtigsten ist.

Workstations gibt es mit verschiedenen Tastaturen. Sie haben eine Vielzahl von Sounds (Presets), die man auch selbst verändern kann. Unter Keyboards verstehe ich die Varianten mit Begleitautomatik, bei denen eine ganze Band aus dem Instrument kommt, selbst wenn man nur eine Taste oder einen Akkord drückt. Davon rate ich meistens ab, weil das nicht allzu viel mit Klavierspielen zu tun hat. Wenn man aber so ein Keyboard hat, kann man trotzdem darauf üben, solange man die Begleitautomatik nicht einschaltet 🙂

Du siehst, bei der Wahl des Equipments gibt es viel zu bedenken und es kommt darauf an, für welchen Zweck du dein Equipment verwenden willst. Deshalb habe ich hier noch mal eine Checkliste für dich!

Ein Flügel/Klavier ist das Richtige für dich, wenn

  • du einen schönen Klavierklang haben möchtest.
  • du nur den Klaviersound brauchst.
  • du die besten „Trainingseffekte“ erzielen möchtest.
  • du nur zu Hause spielen möchtest.
  • dich der hohe Preis nicht stört.

Ein E-Piano ist das Richtige für dich, wenn

  • dir eine geringe Anzahl verschiedener Sounds mit Hauptaugenmerk auf dem Klaviersound reicht.
  • du eine Tastatur haben möchtest, die dem Klavier nahekommt.
  • du ein transportables Instrument haben möchtest.
  • du dein Instrument verstärken willst.
  • nicht so viel Geld ausgeben möchtest.

Eine Workstation ist das Richtige für dich, wenn

  • du eine Vielzahl von Sounds haben möchtest, die man auch bearbeiten kann.
  • du ein transportables Instrument haben möchtest.
  • du dein Instrument verstärken willst.
  • du etwas mehr Geld ausgeben möchtest.

Falls du dir Equipment kaufen möchtest, empfehle ich dir, in ein gut sortiertes Musikgeschäft zu gehen und alles intensiv auszuprobieren. Achte auf das Spielgefühl mit der jeweiligen Tastatur und natürlich auf die Sounds! Am besten verschaffst du dir im Vorfeld im Internet einen Überblick, dann gibt es auch preislich keine böse Überraschung!

Viel Erfolg bei der Suche!

Video: Eine kleine Equipmentshow